Das wirklich letzte Gender-Tabu

Vor einigen Monaten gab es für die betagten Zuschauer der Berliner Abendschau einen Beitrag über ein feminines Startup, das, so die Moderatorin, jetzt auch das letzte Geschlechtertabu gebrochen habe. Die Frauen verkauften ihre Menstruationsmuster auf T-Shirts. Also, sie ließen das Muster drucken und malten es nicht direkt selbst.

Oha, dachte ich mir – das ist wirklich neu. Ob es das Startup noch gibt, oder ob der Gründungszuschuss der Arbeitsagentur ausgelaufen ist, weiß ich nicht. Muss und will ich auch nicht wissen.

Die Anmoderation zu dieser Errungenschaft wollte mir aber nicht mehr aus dem Kopf. War das wirklich das letzte Tabuthema, das die kühnen Gründerdamen da beseitigt haben?

Ganz eindeutig nein! Es gibt ein viel verbreiteteres Tabuthema als Menstruationsscham, nämlich wenn heterosexuelle Männer sich vor Frauen, mit denen sie konfrontiert werden, ekeln. Ich meine nicht, dass sie die Frauen vielleicht hässlich, unstylisch oder nicht nice finden, sondern dass sie sich wirklich von tief unten bis ganz oben richtig dolle ekeln. Dass sie sich am liebsten schütteln und sofort Reißaus nehmen würden.

Nun ist ja bis zur letzten stinkenden Grotte die Auffassung verbreitet, Männer wollten ständig und immer mit jeder Sex haben. Im Zweifel seien die Kerle sogar immer und überall zu einer Vergewaltigung bereit. Das stimmt aber nicht. Und da steckt auch das große Tabuthema. Viele Männer würden eher mit einem Pfund Gemischtgehacktem onanieren, als in eine dieser für sie so ekelerregenden Frauen eindringen zu müssen. Das Fleisch kann man von sich abwaschen, die Frau hingegen ruft an, whatsappt und klingelt an der Tür. Der Ekel bleibt im Kopf haften und lauert vor oder gar in der Wohnung.

Ein Freund von mir hat sich von einer Frau willenlos betrunken abschleppen lassen und begegnete beim Frühstück danach etwas wirklich Schlimmem. Er flüchtete durch das Fenster. Das ist Jahrzehnte her und klebt noch immer in seinen Gedanken. Dieser Ekel geht nicht weg, da hilft weder Seife noch Psychotherapie.

Aber woher kommt dieses mächtige ungute Gefühl, dieser grausige Widerwille, der in vielen Männern schwelt, den sie sich aber nicht zu äußern trauen? Sind es einfach nur wabbelige behaarte Geschwüre auf der Hakennase der Frau, oder ist es der unter dem Billigparfüm hervorquillende Pissegestank? Oder ist es das, was ganzheitlich zum Vorschein kommt und strömt, wenn sie die goldenen Birkenstock-Sandaletten abstreift?

Nein, es ist das Wesen. Es sind die zusammengekniffenen Lippen, der böse arrogante Blick, es sind Herrschsucht und Habgier, es ist das mit jeder Äußerung und Bewegung nach außen getragene Opfergehabe. Diese Frauen könnten ganzheitlich schön sein, aber sie stinken aus der Seele. Sie wollen immer eine Extrawurst, sie wollen in jedem geschriebenen Satz hervorgehoben werden. Sie wollen beschützt, verehrt, begehrt, unterstützt und bevorzugt werden. Sie wollen, dass die Schmach anerkannt wird, wenn sie in ihren Augen genderstereotyp in der warmen Küche Jagertee bereiten, während der Mann auf dem kurz vor dem Einsturz stehenden Dach die Schneemassen wegräumt. Sie wollen Männer in den Krieg schicken, selbst aber keine Waffe anfassen. Sie möchten alleine über die Kinder bestimmen, definieren was gut und was schlecht ist. Wenn sie mal etwas putzen, ist das sofort diskriminierend. Also wischen sie immer nur voller Hass um die komische omnipräsente Deko drumrum.

Sie denken, sie seien etwas Besonderes. Weil sie ja Multitasking beherrschten, weil sie ja so empathisch seien, diese Opfer in einer bösen männlichen Welt. Deswegen sei es doch nur logisch, dass sie zuerst in die Rettungsboote springen können, noch vor den Kindern, wenn das Schiff sinkt.

All dieses Gehabe kann bei Männern schlimmsten Ekel verursachen. Darf man aber nicht drüber reden, ist frauenfeindlich, ist tabu.

Nichts Neues, sagen jetzt viele Frauen. Was meint ihr, wie widerlich wir die Typen manchmal finden, mit denen wir landauf landunter Geschlechtsverkehr praktizieren, die wir sogar oft heiraten. Aber das ist über Jahrhunderte gelernt und bringt im Gegenzug Wohlstand und Reichtum ohne weitere Arbeit. Callboys machen das für Geld, ebenso wie sexarbeitende Frauen, wie auch junge Flüchtlinge, die sich mit Hilfe einer Sextouristin den Weg in das Land ihrer Wahl ebnen wollen. Manche möchten vielleicht nur eine Hauptrolle in einer Weinstein-Produktion und besteigen dafür die sogenannte Besetzungscouch. Ist halt ein Deal. Da muss jeder Beteiligte tapfer sein, denn es gibt ja auch etwas raus, etwas Gutes.

Aber was gibt es bei den ekelerregenden Frauen raus?