„Male Self Protection Freezing“ – Familienplanung im Geschlechterkrieg

Letztens wollte mein Kind (8) wissen, wie sich das so mit Familien und Kindern verhält. Warum manche Kinder nur einen Elternteil haben, andere gar keinen, manche sehr alte Eltern, wieder andere ganz junge.

Also fing ich an über verschiedene Lebenssituationen und -phasen, über Schicksalsschläge, über unfähige Eltern usw. zu erzählen.

Da die Autofahrt recht lang war, kam ich irgendwann auch zu Solomüttern, die Kinder kriegen, ohne dass die einen Vater haben. Zwar gibt es bei solchen Kindern (noch immer) faktisch einen physischen Vater, der ist aber als Wesen nicht existent. Das Kind ist im echten Leben vaterlos, hat niemanden, bei dem es sich nach Streit mit der Mutter trösten lassen kann, eine andere Weltsicht erfährt oder in schlimmen Situationen Schutz sucht. Wenn die Mutter krank ist oder scheiße drauf, dann ist das Kind allein. Kein Backup. Die gesellschaftliche Sammelbetreuung in öffentlichen Einrichtungen bietet keinen emotionalen Ersatz.

Mein Kind fand diese Form der Familie nicht so toll – vielleicht habe ich auch tendenziös erzählt. Eben authentisch.

Das Gespräch hallte in meinem Kopf nach. Warum bestimmen in unserer Welt letztlich ausschließlich Frauen über die Frage, ob, wann und wie Kinder in die Welt gesetzt werden? Kinder sind nunmal die zentrale Ressource der Menschheit, müsste da nicht auch der andere Teil der Weltbevölkerung einbezogen werden?

In unserer hiesigen Gesellschaft erfolgt das aber nur, wenn die Frau und angehende Mutter das ausdrücklich wünscht. Sie kann eine Vaterschaft abstreiten, der Mann darf das nicht überprüfen lassen. Sie kann ihrem Gatten beliebig Kuckuckskinder ins Heim legen – er hat keinen Anspruch darauf, das zu erfahren oder die Versorgung des Kindes abzulehnen. Frauen können Kinder abtreiben. Selbst wenn sie zunächst einen Vater akzeptiert haben, können sie ihm jederzeit durch Trennung die Kinder entziehen. Der Vater bekommt ein spärliches Umgangsrecht und wird verpflichtet, der Mutter möglichst viel Unterhalt zukommen zu lassen. Als Mensch und Wesen ist der Vater abgemeldet, meist interessieren sich Kinder erst in höherem Alter wieder für ihn, um ihrer Mutter kein Ungemach zu bereiten.

Wenn also Kinder in unserer Gesellschaft nur Frauen gehören, was kann man als Mann eigentlich tun, um nicht abgezapft oder genötigt zu werden, einer Frau ein Kind zu schenken, das eigentlich gar nicht ein eigenes Kind ist, weil man es weder erziehen, betreuen, prägen, noch kontinuierlich auf dem Weg ins Leben begleiten kann und darf?

Die Reproduktionsmedizin hat für Frauen allerlei im Köcher. Sie können sich eigene Eier einfrieren lassen und sie können sich Samenspenden besorgen. Sie brauchen niemanden, der Vater für ihre Kinder ist.
Sie können sich aber trotzdem einen Versorger suchen, jemanden, der erfolgreich fleißig erwerbsarbeitet und ihre materiellen Wünsche erfüllt. Sie können dem beliebig Kinder unterschieben, für die er aufzukommen hat. Wenn er rumzickt, können sie sich von ihm trennen, und er muss alle weiter versorgen, selbst wenn er nicht der physische Vater ist.

Warum benutzen eigentlich junge Männer die modernen Techniken nicht für ihre Interessen? Bei vielen ist das Leben emotional und wirtschaftlich weitgehend verwirkt, wenn sie abgezapft und gegen den eigenen Willen Vater wurden – oder wenn sie aus voller Überzeugung Vater wurden, ihnen dann aber ihre Kinder durch die Mutter entzogen wurden. Diese Fälle gibt es tausend-, wenn nicht millionenfach. Die klassische Familie als Standard liegt im Sterben.

Nun sind Männer mit Aufflammen des Geschlechtstriebs bis zu dessen langsamer Beruhigung im letzten Drittel des Lebens sehr auf dessen Ausleben fokussiert. Sie sind spitz, verliebt, möchten Frauen erobern, ejakulieren.

Frauen brauchen nur zugreifen, um sich die Befruchtung und die lebenslange Versorgung zu holen. Der Mann tappt triebgesteuert in eine Art Venus-Falle.

Warum schützen sich Männer nicht? Kondome helfen nicht wirklich und können für viele Liebestöter sein. Manche Männer nehmen gar die Kondome nach dem Verkehr mit, damit Frauen den Inhalt nicht nachher nutzen können. Aber oft gelangen die Frauen früher oder später doch ans Sperma. Was tun?

Jungen Männern könnte hier die Technologie helfen, die primär für Frauen geschaffen wurde. Sie können sich in halbwegs jungen Jahren Spermien einlagern (Kryokonservierung) und sich anschließend mit Vasektomie unfruchtbar machen lassen. Dadurch wird die Triebbefriedigung von der Vaterschaft entkoppelt. Sie können rammeln wie die Hasen, ohne in die Versorgungsfalle zu tappen. Das „Male Self Protection Freezing“ (MSPF).

Und sie können weiterhin noch Vater werden. Aber nur, wenn sie das wollen und ihren Samen bewusst und bedacht rausrücken. Sie könnten sich sogar eine Leihmutter nehmen, um Soloväter zu werden, was vermutlich kaum jemand tun würde, denn welcher Mann will schon, dass ein Kind nur mit einem Elternteil groß wird. Oder sie können mit einer Frau ihres Herzens eine klare vertragliche Lösung im Vorfeld einer künstlichen Befruchtung vereinbaren, in der eine gleichberechtigende und -verpflichtende Elternschaft festgeschrieben ist.

Unromantisch? Na klar. Aber nicht unromantischer als ein Termin beim Familiengericht oder eine Pfändung, weil die Kohle nicht mehr zum Unterhalt der Kinder und indirekt der Mutter reicht. Romantisch ist das Liebesspiel, nicht die faktische Zeugung. Wenn beides von einander getrennt wird, ist das Leben viel ehrlicher.

Und schließlich: Kinder bekommen so wieder Väter!

Das „Male Self Protection Freezing“ (MSPF) ist natürlich auch keine sichere Methode, sich gegen menschliche Verwerfungen abzusichern. Es schützt aber vor Unbedachtheit, libidonös geprägten kurzfristigen Entschlüssen, sowie vor weiblicher Herrschsucht und Habgier. Wer in einer Beziehung nicht triebgesteuert, sondern überlegt und aus dem Wunsch heraus Vater zu sein, seinen Samen zur Verfügung stellt, der handelt selbstbestimmt und lässt nicht einfach nur die Drüse in Kooperation mit der jeweilig stimulierenden Frau über sein künftiges Leben entscheiden.
Männlicher Samen ist offenbar weitgehend unbegrenzt lagerbar. Die Kosten für ein Jahrzehnt belaufen sich auf ca. 3000 Euro. Die Befruchtung der Frau zahlt sicherlich die Krankenkasse.