Flogdown im Lockdown

Ein guter Freund von mir verkauft über amazon Sexartikel für Frauen. Nein, keine Dessous oder Dinge, die Männer aufgeilen sollen, sondern Dinge zum Spüren.

Gleich im ersten Lockdown wurde sein Angebot vom Online-Händler als „systemrelevant“ eingestuft. Das machte sich erfreulich im Umsatz deutlich, da es ja außerhäusig kaum mehr etwas zu spüren gab. Die Frauen gönnten sich nicht nur mehr Sexartikel, sondern sie griffen auch zu den Höherwertigen, den Premiumwaren. Erfahrungs- und erwartungsgemäß standen Vibratoren und Dildos ganz oben bei den Verkäufen.

Nun gibt es ja verschiedenste Versuche von Meinungsforschungsinstituten oder Soziologen zu ergründen und empirisch darzustellen, was in den Menschen so vorgeht und was sie treiben. Meist nutzt Wissenschaft anonyme Online-Panels oder telefonische Befragungen. Im sexuellen Bereich erweisen sich diese Untersuchungen oft als schwierig und wirken nicht sonderlich valide. Also muss man etwas tiefer gehen und genauer schauen.

Gestern erzählte mein Freund, seit zwei, drei Wochen boome sein Geschäft besonders, er habe Schwierigkeiten, rechtzeitig Nachschub aus Pakistan und China anzuschaffen, manche Lagerbestände seien auf Null. Interessanterweise verändere sich aber nicht das Kaufverhalten bei den bisherigen Bestsellern.

Explosionsartig ordern Frauen Peitschen und Klatschen. Vor allem die „sanften“ Einsteigermodelle bei den Peitschen, also die mit vielen Riemen, würden laufen wie geschnitten Brot. Auch die aus Rindsleder mit Pferdehaar. Sehr erfolgreich sei plötzlich seine „Teufelskralle“, also eine Klatsche mit drei Schlagflächen.

Mit diesen Angaben können jetzt Soziologen, Psychiater, Genderwissenschaftler und Sexperten gezielter weiterforschen.

Gern geschehen!